Über Sebastian Fitzek

Name
Sebastian Fitzek

Geburtstag- und -ort
13.10.1971 in Berlin

Familienstand? Kinder?
Verheiratet (mit Sandra), eine Tochter (Charlotte), zwei Söhne (David & Felix)

Ausbildung? Studium?
Ein halbes Semester Tiermedizin, Jura bis zum ersten Staatsexamen, promoviert im Urheberrecht zum Dr. jur. Volontariat während des Studiums bei 104.6 RTL, Berlin (Radio), später Unterhaltungschef und Chefredakteur beim Berliner Rundfunk, selbständiger Unternehmensberater für Hörfunkunternehmen, ab 2004 Mitglied der Programmdirektion von 104.6 RTL Berlin. TV-Show-Konzepte für etablierte Produktionsfirmen realisiert (z.B. Grundy LE), die unter anderem im ZDF realisiert wurden (2006 „Deutschland - deine Namen“, 20:15 Uhr Prime-Time-Show, mit Johannes B. Kerner).

Hauptberuflicher Autor – oder gibt es noch einen „Brotjob“?
Ich darf das große Privileg genießen, von meinen Büchern leben zu können, aber man lässt mich hin und wieder noch als Berater in den Radiosender 104.6 RTL, wo ich noch einen eigenen Schreibtisch besitze. Die Arbeit im Sender ist so etwas wie ein Anker in der Realität. Hier treffe ich auch die meisten verhaltensauffälligen Menschen, die mich zu Psychothrillern inspirieren;)

Auszeichnungen/Preise für vorangegangene Bücher?
Zweimal nominiert  für den Friedrich Glauser Preis (einmal 2007als bestes Krimi Debüt („Die Therapie“) und 2009 für den Mini-Thriller „Alles für Bergkamen); zweiter Platz beim österreichischen Buchpreis für „Das Kind“, nominiert für den Vincent-Preis für Horror-Literatur für „Splitter“ und „Der Augensammler“; zweiter Platz für „Splitter“ bei der Wahl zum besten Thriller 2009, der von den Lesern von Lovelybooks bestimmt wird und im Jahr darauf wählten die Leser von Lovelybooks „Der Augensammler“ auf Platz eins.

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie ein Talent für das Schreiben haben?
Als ich alt genug war, meine Entschuldigungszettel für die Schule selbst zu verfassen. Da war schon Phantasie gefragt.

Was hat Sie daran gereizt, ihr erstes Buch zu schreiben?
Die Frage, ob ich das kann.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Früher hatte ich keinen festen Arbeitsplatz. Ich schrieb nur auf dem Computer und das überall, wo einer stand, oder wohin mich mein Laptop begleitete. „Die Therapie“ habe ich in allen Zimmern bei mir zu Hause (auf dem Sofa sitzend, im Bett, vor dem Schreibtisch), aber auch unterwegs im Zug, sogar in einer Kölner Hotel-Lobby verfasst. Heute ist das anders. Ich habe festgestellt, dass meine Umgebung umso schöner sein muss, je grausamer die Szene ist, an der ich arbeite. Daher habe ich meinen Schreibtisch in einen dafür viel zu kleinen Wintergarten gewuchtet, von wo aus ich einen herrlichen Ausblick auf einen Mini-Teich im Garten habe. So kann ich friedlich badende Enten beobachten, wenn ich mich von einem Kapitel losreiße, in dem zum Beispiel gerade eine Frau erstickt.

Wie sieht Ihr Alltag als Autor aus?
Zum Glück gibt es keinen Alltag für mich. Sobald das Exposé geschrieben und meine Recherche beendet ist, nutze ich einfach jede freie Minute zum Schreiben. Allerdings gibt es ein Ritual: Vor jedem größeren Abschnitt setze ich mich meistens ins Auto und fahre (mit Molly) irgendwo Richtung Potsdam an einen See und denke das Kapitel von A-Z nochmals genau durch. (Manchmal bin ich so in Gedanken versunken, dass ich nur im Kreis fahre und die Hündin dabei vergesse.)

Welchen Ratschlag würden Sie noch unentdeckten Autoren mit auf den Weg geben?
Sich selbst wie eine Romanfigur zu betrachten, vorzugsweise wie den glücklichen Helden seiner eigenen Stoffe. In den meisten Fällen erleidet die Zentralfigur über den Verlauf der Handlung eine Niederlage nach der anderen. Nur einmal obsiegt er: im grandiosen Finale. Absagen, Niederlagen, Rückschläge sind also die ganz natürlichen und notwendigen Bestandteile jeder guten Story, so auch der des eigenen Lebens.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Kreativ, ungeduldig, humorvoll, launisch, neidfrei, nervös, tierlieb, faul, nie mit drei Worten auskommend.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Der Geräusch des Regens und der erdige Duft feuchten Herbstlaubes. Ich bin im Oktober geboren und finde das die schönste Zeit des Jahres. Vermutlich, weil ich da immer Geburtstagsgeschenke bekam.

Was war das erste Buch, das Sie gelesen haben – und warum können Sie sich heute noch daran erinnern?
Unterm roten Dach; von Enid Blyton. Ich hab es so oft in der Grundschulbücherei ausgeborgt, dass die Bibliothekarin es mir am Ende geschenkt hat.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Nicht älter zu werden.

Was war das Ungewöhnlichste, was Sie je gemacht haben, um einer Frau/einem Mann zu imponieren?
Ich habe ein Buch geschrieben.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens?
Mich mehr um meine Familie zu kümmern, bevor es zu spät war.

Was bereitet Ihnen schlechte Laune?
Wenn jemand eine gute Idee aus Ignoranz, Egoismus oder Unwissenheit blockiert.

Was bereitet Ihnen gute Laune?
Eine gute Idee. Egal von wem, egal in welchem Bereich.

Tee oder Kaffee?
Kaffee, obwohl mir Tee besser schmeckt („faul“) - für Kaffee gibt es eine Maschine, beim Tee muss man ständig mit den Beuteln hantieren.

Klassik oder Rock/Pop?
Eindeutig Rock/Pop, obwohl ich auch mal für Klassikradio gearbeitet habe.

Kino oder DVD?
DVD, obwohl Kino das emotionalere Ereignis ist.

Für welches Produkt würden Sie Werbung machen?
"Für schmerzlose Zahnarztbohrer", "Flugzeuge, die nicht abstürzen können, weil ein Fallschirm aufgeht, wenn sie runtersausen", "Ein „two in one“ Kombiprodukt aus Duschgel und Sonnenmilch", "Eine Fitness-Center-Kette, bei der man trainieren „lässt“", oder weitere Erfindungen, die noch auf ihre Entdeckung warten.

Und weiter mit Werbung: Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?
Das universelle Werk gibt es nicht. Bücher sind wie Menschen - einzigartig. Es gibt ja auch kein Parfum, das jeder einmal benutzt haben sollte. Ich vertraue darauf, dass es wie in der Liebe läuft: Irgendwann findet man das passende einmalige Buch, und es kann eines sein, das niemanden anderen interessiert.

Haben Sie einen Lieblingsautor – und wenn ja: Wer ist es, und warum?
Michael Crichton, weil er so vielseitig ist. Mediziner, Wissenschaftler, Autor, schreibt Bestseller, liefert Kinoideen und entwickelt TV-Serien wie Emergency Room.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Viktor Larenz. „Schön hast du’s hier auf Parkum. Ich bleib noch ein bisschen.“

Welche Figur aus Ihrem neuen Roman/aus einem Ihrer Romane würden Sie gerne einmal treffen?
Diesel. Aber ich treffe ihn schon fast täglich, denn für den Irren gibt es tatsächlich ein reales Vorbild.

Welcher Figur aus Ihrem neuen Roman/aus einem Ihrer Romane möchten Sie niemals begegnen?
Keiner einzigen. Ich mag alle, selbst die bösen.

Wer soll die Hauptrolle in der Verfilmung Ihres Lebens spielen – und warum?
Tom Cruise, George Clooney oder Brad Pitt. Wegen der atemberaubenden Ähnlichkeit mit mir.

Wenn Sie in der Verfilmung Ihres Buches eine Rolle besetzen dürften – wer wäre es?
Ich würde Dr. Roth in „Die Therapie“ mit Edward Norten besetzen. Allerdings finde ich ihn als Schauspieler so genial, dass er sich jede Rolle aussuchen dürfte. Auch die von Anna Spiegel. Und ganz im Ernst: Ich halte Herbert Grönemeyer für einen ganz hervorragenden Schauspieler, dem ich sofort eine Hauptrolle anbieten würde, egal in welchem meiner Bücher.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne dabei gewesen?
Als Decca Records 1962 die Beatles mit der Begründung ablehnte „Gitarrenmusik ist sowieso am aussterben“. Ansonsten gerne auch bei der Gründung von Microsoft – als Hauptaktionär.

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Nichts. Ich hab den Film „Butterfly Effect“ gesehen und bin als Crichton-Anhänger ein Vertreter der Chaos Theorie. Wenn ich jetzt zum Beispiel gegen meine mangelnden Kochkenntnisse ankämpfen würde, hätte ich viel zu große Angst, dass deshalb irgendwo auf der Welt ein Atomkrieg ausgelöst wird.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
Dass mir in Zukunft jeder Wunsch erfüllt wird. Dass ich trotzdem denke, ich erreiche das alles aufgrund meiner tollen Leistungen. Dass ich diesen Wunsch auch wieder rückgängig machen kann.

Ihr Lebensmotto?
Ich hab mehrere. Meine beiden liebsten sind:
"Das Leben ist zu kurz, um es mit Geldverdienen zu verplempern." (Zitat Peter Prange).
Und
"Nimm das, was du tust ernst, aber Dich selbst nicht so wichtig."

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Frühstück am Strand auf den Malediven, mittags im Asado Steakhaus in Berlin-Zehlendorf und abends mit Jetlag in der Corner Room Suite des Hotel Arts Barcelona.

Wie essen Sie einen Schokoriegel – schnell, genüsslich, gar nicht … und warum?
Schnell und genüsslich, weil’s schmeckt aber eben auch nur ein Schokoriegel ist.

Wie gefallen Ihnen die Cover Ihrer Bücher?
Ich finde, Sie werden immer besser. (Was einige Leser hoffentlich nicht nur über das Cover sagen;))

Wie kommen Sie auf die Ideen für Ihre Romane?
Ich nehme sie aus dem Alltag. Ein Beispiel:
Die Idee zur Therapie kam mir tatsächlich während ich in einem völlig überfüllten Wartezimmer eines Arztes darauf wartete, dass meine Freundin endlich wieder aus der Behandlung kommt. Als das nach einer halben Stunde immer noch nicht der Fall war, begann mein Thriller-Hirn zu grübeln: Was wäre, wenn dir jetzt alle sagen würden, sie wäre gar nicht hineingegangen? Wenn Sprechstundenhilfe und Arzt behaupteten, heute hätten sie meine Freundin noch nicht gesehen? Wenn auch die die anderen wartenden Patienten mit dem Kopf schütteln würden? Welchen logischen Grund könnte es dafür geben, dass sie fortan nie wieder auftaucht? Nachdem ich diese Kernfrage gefunden und für spannend befunden hatte, habe ich etwa ein Jahr lang nachgedacht. Danach hatte ich ein Expose` mit einer (wie ich finde) schlüssigen Story zusammen. Erst dann fing ich an, zu schreiben.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Na klar – seitdem mir meine Eltern Jim Knopf vorgelesen haben mich unglaublich viele Schriftsteller beeindruckt. Blyton in der Kindheit, King in der Jugend, Grisham und Crichton während meines Jura-Studiums, aktuell Deaver, Coben und Lehane. Aber auch deutsche Autoren wie Link, Schätzing, Prange, Eschbach, also die üblichen Verdächtigen. Ach – und einen darf ich nicht vergessen: Alfred Weidenmann, der als Jugendbuchautor mit meinem Vater bekannt gewesen ist. Seine Bücher habe ich auch verschlungen und als ich ihn dann als kleiner Junge einmal bei uns zu Hause kennen lernen durfte, dachte ich zum ersten Mal darüber nach, Autor zu werden.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Da gibt es keinen Unterschied. Denn meistens überarbeite ich den ersten noch Mal ganz zum Schluss.